Niederlagen für Arminia Hannover und STK Eilvese
120117peb Barsinghausen. Der Niedersächsische Fußballverband (NFV) hat sich am heutigen Vormittag (17. Januar 2012) vor dem Landgericht Hannover in zwei Verfahren erfolgreich gegen die Klagen zweier Mitgliedsvereine verteidigt.
Zum einen ging es um die Überprüfung des Anhang 3 der Spielordnung (SpO), der für eine Teilnahme eines Vereins mit einer Herrenmannschaft am Spielbetrieb der Oberliga Niedersachsen und der Landesliga zwingend vorsieht, dass dieser Verein über die gesamte Dauer des abgelaufenen und des neuen Spieljahres mindestens mit einer weiteren Herrenmannschaft und einer Juniorenmannschaft in der Altersklasse der A-, B- oder C-Junioren ebenfalls am Spielbetrieb teilnehmen muss. Der STK Eilvese hatte als Kläger die Wirksamkeit dieser Vorschrift in Frage gestellt. Dem widersprach die zuständige Kammer des Landgerichts in der heutigen mündlichen Verhandlung und gab zu erkennen, dass die Regelung des Anhang 3 SpO sowohl einer grundgesetzlichen als auch kartellrechtlichen Überprüfung standhält. Das Urteil wird im Februar verkündet.
Zum anderen begehrte der SV Arminia Hannover in einem weiteren Verfahren Auskunft über die Entscheidungsgründe der Lizenzerteilung im Beschwerdeverfahren in Sachen Kickers Emden. Das Auskunftsersuchen hatte der NFV im Juli 2011 als unzulässig zurückgewiesen. Das Landgericht Hannover sah die Zulässigkeit der Klage als nicht gegeben an, weil der SV Arminia Hannover als ordentliches Mitglied des NFV den zwingend vorgeschriebenen verbandsinternen Rechtsweg zur Klärung der im Raume stehenden Frage zuvor nicht beschritten hatte. Der Kläger nahm aufgrund der eindeutigen Positionierung des Gerichtes die Klage zurück.
Am. d. Red.: Wie dem STK Eilvese ging es 2007 auch dem Vastorfer SK, der in seinem 75jährigem Vereinsbestehungsjahr nicht in die damalige Bezirksoberliga aufgrund von fehlenden Jugendmannschafften aufsteigen durfte. Profitiert hat damals der MTV Treubund Lüneburg, der als Zweiter aufstieg.
Arminia nimmt Klage gegen Fußballverband zurück
Der Landesligist Arminia Hannover und der Bezirksligaclub STK Eilvese sind mit ihren Klagen gegen den NFV gescheitert. Arminia machte am Dienstag vor dem LG einen Rückzieher, will gegen den Verband aber nun auf der Ebene der Sportgerichtsbarkeit vorgehen.
Der Oberliga-Absteiger fordert vom Niedersächsischen Fußball-Verband (NFV) Auskunft über die Gründe, weshalb Kickers Emden im vorigen Sommer im zweiten Anlauf die Zulassung für die Oberliga erhalten hatte. Die Emder mussten wenige Monate später einen Insolvenzantrag stellen, das Verfahren gegen den mit rund 2,8 Millionen Euro verschuldeten Club ist aber noch nicht eröffnet.
Die Beschwerde des STK Eilvese, dessen Herren-Team im Vorjahr der Landesliga-Aufstieg verwehrt wurde, weil der Verein nicht genügend Jugendmannschaften melden konnte, hat keine Erfolgsaussichten. Das deutete der Richter vor der endgültigen Entscheidung am 7. Februar 2012 an.
Eilvese hatte argumentiert, der entsprechende Paragraf sei wettbewerbswidrig. Das sah das Landgericht (LG) nicht so. Es sei ein legitimes Anliegen des NFV, die Jugendarbeit zu fördern. Der Anhang 3 der NFV-Spielordnung, der den Aufstieg einer Herren-Mannschaft in die Landesliga mit der Existenz eines Jugendteams im Verein verknüpft, sei deshalb keine unangemessene Benachteiligung.
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dpa/tko/LTO-Redaktion
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