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VfB Goseburg gibt Sonntag Einstand in Karze PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Michael Paul   
Donnerstag, den 12. August 2010 um 13:55 Uhr

VfB Goseburg100812mip Lüneburg. Die Lüneburger Fußballer haben wieder einen „neuen" Verein. Nein wir meinen nicht die LSV. Die Lüneburger SV ist auch neu, war aber „nur" zwei Jahre vom Spielbetrieb weg. Wir meinen den VfB Goseburg, der mehrere Jahrzehnte von der Fußballbühne weg war. Nachdem sich letztes Jahr der FC Dynamo Lüneburg gegründet hat, es gab eine Abspaltung vom Ochtmisser SV, wurde dieses Jahr der VfB Goseburg aus der Taufe gehoben. So neu ist der Verein jedoch auch nicht. Den gab es in den 50er Jahren bereits schon. Und so haben die Vorstandsmitglieder des Lüneburger Fußballklubs Türkspor Linden-Au beschlossen ihren Verein einfach umzunennen.

Nachdem der Spielausschuss zur Verlegung des 1. Punktspieles zugestimmt hat, fängt für die Goseburger am 15. August in Karze der Spielbetrieb mit ihrem 1. Punktspiel der Vereinsgeschichte unter neuem Namen an. Vor 10 Tagen gab es zwar schon ein Testspiel in Barnstedt, welches 4:5 verloren ging und vor einigen Wochen wurden sie beim Turnier in Gellersen Letzter, doch jetzt sind 16 Spieler spielberechtigt und der Ernst geht los.

Martina (l.) u. Hans-Dieter Poplat Urgestein Hans-Dieter Poplat, Trainer, Aushilfstorwart und Mann für Alles ist guter Hoffnung. 15 Jahre hat er für Türkspor gearbeitet, Privatgelder investiert und geschuftet. Mit Ehefrau und 1. Vorsitzende Martina haben beide viel Privatzeit in Türkspor Linden-Au investiert. Je mehr Arbeit er investierte um so weniger wurde es von den Spielern gedankt. Als er Anfang letzten Jahres eine Armverletzung hatte und um Hilfe bat, spürte er die Hilflosigkeit. Es hagelte in der Rückrunde Rote Karten und Vereinsstrafen, die nicht gezahlt wurden. Der Spielausschuss des NFV-Kreis Lüneburg schloss in der letzten Saison Türkspor Linden-Au wegen dreimaligem Nichtantreten vom Spielbetrieb aus. Was war los?

Thore Lohmann, Vorsitzender des Kreisspielausschusses, klärte auf: "Türkspor hat finanzielle Außenstände beim NFV. So lange sie diese nicht begleichen, wird jedes Spiel mit 0:5 gewertet. Das hat der Verband so bestimmt. Darauf haben wir keinen Einfluss." Der gute Wille war ja da und es wurden auch immer Teilbeträge gezahlt, doch irgendwann konnte der NFV die Entscheidung nicht mehr aufschieben.

Weil die Mitglieder ihre Beiträge nicht zahlten, war Ebbe in der Kasse. 190,- Euro waren zum Schluss noch offen. Jeder Spieler sollte einen Zehner geben. Doch weder Geld noch Hilfe konnte er von seinen Spielern erwarten. Der Zwangsabstieg in die 2. Kreisklasse war besiegelt und der Ruf ruiniert. Da beschloss der Vorstand, wir nennen uns um und fangen ganz von vorne neu mit neuen Spielern an. Die Pässe wurden an die Spieler zurück gegeben und ein Antrag zur Namensänderung beim NFV gestellt.

 

Der neue VfB Goseburg

 

Unter der gleichen Vereinsnummer (01056244) wird jetzt der VfB Goseburg im Netz geführt. Auch im neuen Verein hat Martina (hockend ganz rechts), die Ehefrau von Hans-Dieter Poplat (hockend ganz links), den Vorsitz inne. In André Waltzer (hockend Mitte), einem Goseburger, fand Martina eine Vertretung (2. Vorsitzender) und Hans-Dieter einen Co-Trainer. Lange wurde diskutiert wie es weiter gehen soll und kann. 20 Spieler, darunter auch „Karteileichen" wurden animiert und gefunden. Einige haben noch nie Fußball gespielt, andere haben bei Kreisvereinen schon jede Menge Erfahrung sammeln können. Nur zwei ehemalige Türkspor-Spieler sind geblieben. Eine super Truppe, wie Poplat findet, hat sich gefunden. Er hat ein gutes Gefühl: "Mit dieser Truppe bin ich wieder heiß. Für so einen zusammen gewürfelten Haufen ist die Kameradschaft einfach top. Wir hätten ja eh in der 2. Kreisklasse spielen müssen." Nur nicht Letzter werden ist sein Ziel.

Auf Heimspiele muss der VfB jedoch noch warten. Wahrscheinlich erst zur Rückserie. Denn durch den Bau der Bundesbahn des 3. Gleises zwischen Lüneburg und Harburg ist der Sportplatz nicht nutzbar. So werden sie in 2010 ihre Heimspiele wohl alle in Ochtmissen austragen, beim OSV, womit sich der Kreis wieder schließt. Am 17. Oktober erwartet übrigens der FC Dynamo Lüneburg den VfB Goseburg in Bardowick. Die Dynamospieler müssen ihre Heimspiele auch mangels eigenen Platzes auswärts austragen. Aber erst einmal wollen sie in Karze bestehen.

Bericht und Fotos: Michael Paul
Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 14. August 2010 um 20:27 Uhr
 

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